Unentdeckte Baulücken werden als Orte neuartiger Stadtnatur in den Blick gefasst - vielfältig, bunt, ungeordnet, wild. Denn Brachen sind nicht leer: gerade durch die menschliche Bearbeitung des Bodens und gebaute Umgebung herrschen einzigartige Bedingungen für Tiere und Pflanzen auf diesen freigemachten Flächen. Die Lücke wird zum Experimentierfeld erklärt, das durch selbstständige Entwicklung und eigenen Energiehaushalt einen Gegenort zur sich radikalisierenden Ökonomie der Stadt darstellt und neue Potenziale der Freiraumnutzung in der Stadt eröffnet.


Das BAU wurde 2020 von Eva Herunter, Katharina Hummer und Julia Obleitner gegründet und ist eine Initiative für die Zwischennutzung von städtischen Brachflächen. Im Vordergrund der Untersuchungen steht die Komplexität und Vielfalt urbaner und ökologischer Systeme. Die Stadt steckt voller Überraschungen – das BAU will Orte des Dialogs und der Begegnung schaffen und lädt dazu ein, öffentlichen Raum neu zu denken. Kunst und architektonische Interventionen in Synergie mit natürlichen Prozessen und wissenschaftlichen Methoden werden als Werkzeug für urbane Innovation betrachtet.